2019 - Trinkwasser Aufbereitung2019 - Trinkwasser Aufbereitung

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Trinkwasseraufbereitung im Badischen Roten Kreuz Übung vom 7.6. bis 9.6.2019 in Waldshut

Ansprechpartner

Herr
Hans-Werner Schlett


Tel.: 07751 - 8735-0

2019_Waldshut_TWA_2019_06_12-2.jpg Foto: DRK OV Waldshut

1. ALLGEMEIN
Im DRK Landesverband vom Badischen Roten Kreuz gibt es seit 2017 die Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung. Die Ausstattung der Fachgruppe ist beim DRK Kreisverband Bühl-Achern stationiert.
Die Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung umfasst die folgenden Leistungsmodule:

  • Trinkwasseraufbereitung von Oberflächenwasser
  • Trinkwassertransport
  • Trinkwasserabgabestellen


Die Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung hat die Aufgabe, in Krisenlagen mit Trinkwasserknappheit, selbstständig die DRK Betreuungseinrichtungen mit Trinkwasser zu versorgen. Diese Leistungen können auch im Auftrag einer Kommune, einer Behörde oder eines Wasserversorgers für bis zu 5000 Personen mit 15 Liter/ Person / Tag erbracht werden. Selbstverständlich können die Leistungen der Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung innerhalb von Deutschland und auch im Rahmen einer Auslandshilfe für den DRK Bundesverband geleistet werden.
Die Fachgruppe führt pro Jahr zwei mehrtägige Übungseinsätze mit der Trinkwasseraufbereitungsanlage TWA6n von der Firma Breckerfeld durch.
Im trockenen Sommer 2018 ist bei Selbstversorgern in der Ortenau die Quellschüttung ihrer Zisternen versiegt. Dadurch kam es für die Fachgruppe von August bis
Dezember 2018 zu 80 Trinkwassertransporten im Ortenau-Kreis.
.
Eine der Übungen 2019 der Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung wurde von 7. bis 9.Juni in Waldshut beim DRK Kreisverband Waldshut e.V. durchgeführt.
 

2. AUFGABEN BEI DER ÜBUNG IN WALDSHUT
Die Fachgruppe Trinkwasser Notversorgung führte bei der Übung in Waldshut folgendes durch:

  • Rechtzeitige Einholung von erforderlichen Genehmigungen bei Kommune und Behörden
  • Überprüfung der Vollständigkeit der Ausrüstung der TWA (Trinkwasser Aufbereitungs Anlage)
  • Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Ausrüstung der TWA
  • Überprüfung vom Durchhaltevermögen der TWA im Betrieb
  • Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften in der Trinkwasseraufbereitung
  • Betrieb der Anlage in einem unbekannten Umfeld
  • Erfassen von möglichen Stellen für den Aufbau einer Trinkwasser Notversorgungs Anlage im Einsatzfall
  • Gewinnung von neuen Einsatzkräften und Unterstützungen aller Art für die TWA
  • Anbieten von Informationen für Kommunen, Behörden und die Bevölkerung


Das DRK organisiert Hilfsmaßnahmen für die Opfer von bewaffneten Konflikten, Naturkatastrophen und anderen Notlagen und verbreitet das humanitäre Völkerrecht. Die Hilfsmaßnahmen basieren auf dem komplexen Hilfeleistungssystem vom DRK. Entsprechend dem komplexen Hilfeleistungssystem sind Vorbereitungen und Durchführungen von Übungen erforderlich. Dementsprechend hat sich der DRK Kreisverband Waldshut e.V. zusammen mit seiner Bereitschaft vom DRK Ortsverein Waldshut bei der Übung eingebracht und die erforderliche Infrastruktur bereitgestellt. Dies waren:

  • Die die erforderliche Fläche in der Nähe der Rohwasserentnahmestelle bereitstellen.
  • Zugang zur Rohwasserentnahmestelle hergestellt
  • Schlafräume für 20 Einsatzkräfte bereitstellen
  • Toiletten und Duschen mit warmem Wasser für 20 Einsatzkräfte vorgehalten
  • Feldbetten für 20 Einsatzkräfte bereitgestellt
  • Tische und Sitzgelegenheiten für 20 Einsatzkräfte aufgebaut
  • Ein Zelt für das Labor (Küchenzelt SG30) bereitstellt und mit Tischen ausgerüstet
  • 3 tägige Verpflegung für 20 Einsatzkräften der TWA und den eigenen Einsatzkräften geliefert
  • Bereitstellung von einem Kühlanhänger zur Lagerung von Getränken und Esswaren
  • Bereitstellung der notwendigen Stromversorgung
  • Ausleuchtung vom Übungsgelände
  • Koordination der TWA- Übung mit dem täglichen Dienst im DRK KV Waldshut
  • Bereitstellung von Putzmitteln
  • Möglichkeit für die Abfallentsorgung vorgehalten
     
2019_Waldshut_TWA_2019_06_12-60.jpg Foto: DRK OV Waldshut

3. ABLAUF DER ÜBUNG

3.1 ALLGEMEIN
Für den Auf- und Abbau der TWA werden ca. 20 Einsatzkräfte benötigt. Im Einsatzfall wird ein Teil der Einsatzkräfte vom lokalen DRK gestellt. Bei der Übung kamen für die TWA alle Einsatzkräfte vom TWA-Team.
Die DRK Kräfte vom DRK Kreisverband Waldshut und vom Ortsverein Waldshut waren zuständig:

  • als Ansprechpartner für das Gelände und die Gebäude
  • für die Koordination der Übung mit dem Betrieb vom DRK Fahrdienst Mobil Plus
  • für das Räumen der notwendigen Flächen
  • für das Herstellen von einem Zugang zum Rhein für die Rohwasserentnahme
  • für die Einrichtung der Verpflegungsausgabe und der Ess- und Sitzecke
  • für den ständigen Betrieb einer Industrie-Kaffeemaschine
  • für die Organisation und Ausgabe der Verpflegung
  • für die fachgerechte Lagerung der Lebensmittel (Kühlanhänger)
  • für das Geschirr spülen
  • für die Beleuchtung vom Außen-Gelände
  • für die Bereitstellung der Feldbetten
  • für die Abfallbeseitigung
  • für das das Rückführen der Einsatzfahrzeug von DRK Fahrdienst Mobil Plus nach dem Übungsende
  • für das Gelände und die Gebäude nach dem Übungsende wieder in den Zustand vor der Übung zu setzen
  • für die Dokumentation
  • für die Abrechnung mit den Lieferanten und dem Landesverband vom BadRK


Zu den Verpflegungsausgaben waren M. Rieple mit 1 bis 2 weiteren Kräften von der Bereitschaft Waldshut im Einsatz. Ansonsten waren der KBL und ein Helfer von der
Bereitschaft Waldshut vor Ort aktiv. Es wurde bewusst versucht die Aufgaben mit einem kleinen lokalen Team zu erledigen. Wichtig waren die Kenntnisse der lokalen Kräfte von dem Außen-Gelände, den Gebäuden, den Kenntnissen vom laufenden DRK Betrieb und den verfügbaren DRK- Ausrüstungen und -Materialien.
Die 20 Einsatzkräfte vom TWA Team haben im zweiten Stock der Fuller Str. 9 auf Feldbetten vom DRK KV Waldshut übernachtet. Decken bzw. Schlafsäcke wurden
von den Einsatzkräften mitgebracht. In den einzelnen Räumen im 2. Stock haben ca. 5 Einsatzkräfte pro Raum übernachtet.
 

2019_Waldshut_TWA_2019_06_12-42.jpg DRK OV Waldshut

4. BESONDERHEITEN
Am Freitag gegen ca. 21 Uhr wurde ein starker Wasserablauf an der Wasserverteilung im Keller vom Wohnhaus wahrgenommen. Es ist nicht bekannt wie lange das Wasser schon gelaufen ist. Der Wasserdruck aus dem Netz betrug 6 bar und das Überdruckventil hat angesprochen und dies hat zum starken Wasserablauf geführt. Als Notmaßnahme wurde der Wasserdruck, nach der Wasseruhr, auf ca. 2 bar eingestellt. Danach war der Abfluss nur noch stark tropfend. Am folgenden Samstag wurde eine Verschraubung anstelle von dem Überdruckventil eingesetzt.

Am Samstag gegen 22:00 Uhr war der Abfluss vom Waschbecken in der Halle verstopft. Die Verstopfung war ca. 3m nach dem Waschbeckenausfluss. Die Verstopfung konnte mittels einer Spirale beseitigt werden.

Beide Störungen haben gezeigt wie wichtig es ist Fachkräfte im Team zu haben um, auch bei unerwarteten Störungen, einen Betrieb aufrecht erhalten zu können. Das Trinkwasser in dem Gebäude in der Fuller Straße 9 wurde auf Krankheitserreger untersucht. Trotz länger Nichtbenutzung der Trinkwasseranlage haben die festgestellten Krankheitserreger keinen Grenzwert überschritten. Die Trinkwasseranlage ist bezüglich Krankheitserreger in Ordnung
 

5. ERKENNTNISSE / VERBESSERUNG
Die TWA Übung in Waldshut hatte den Schwerpunkt in der Trinkwasseraufbereitung. Hierbei hat es sich auch gezeigt, dass die Trinkwasseraufbereitung im Einsatzfall überregional kommen wird. Jedoch sollte die Feinverteilung vom Trinkwasser mit lokalen Mitteln erfolgen. Neben den kleinen Plastikbehältnissen für den Endverbraucher können auch Transporte mit Trinkwassertanks notwendig werden.
Von der Nutzlast passen auf einen Betreuungs-LKW Bund drei 1000 Literbehälter. Der Trinkwasserbehältersatz mit drei Tanks und der Verrohrung kostet aktuell ca. 3000 €. Der Trinkwasserbehältersatz wird außerhalb vom LKW gelagert (Fläche von drei Euro-Paletten). Hierfür ist geeigneter Lagerplatz erforderlich.

Das Personal für den Trinkwassertransport benötigt einen Lehrgang für den Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser und für die notwendige Desinfektion der Behälter.
Idealerweise gibt es pro Landkreis bzw. DRK Kreisverband ein Trinkwassertransportteam.

Die Betreuungs-LKW im Katastrophenschutz (Bund, Land) sollen durch Logistik LKW ersetzt werden. Die neuen Logistik LKW (Bund, Land) sollen eine Nutzlast von ca. 5 Tonnen, eine Hebebühne mit mindesten 1500 kg zum Be- und Entladen und eine Motorleistung zwischen 250 bis 300 PS haben. Diese Anforderungen werden auch für den Transport von Feldbetten, Getränken in Kunststoffflaschen auf Paletten, usw. benötigt.

Eine Lösung für eine Trinkwassertransportgruppe sollte für den DRK Kreisverband Waldshut e.V. bzw. den Landkreis Waldshut spätesten im Jahr 2020 gefunden werden.
 

2019_Waldshut_TWA_2019_06_12-31.jpg DRK OV Waldshut

6. ZUSAMMENFASSUNG
Der vorliegende Bericht ist aus dem Blickwinkel der Infrastruktur verfasst. Die gesamte Übung verlief harmonisch und mit großem Teamgeist. Das TWA-Team hat fachlich überzeugt. Die Trinkwasserproduktion verlief störungsfrei. Beeindruckt hat der Laborbetrieb mit dem zugehörigen Fachwissen.

Unfälle, Schäden oder Verluste sind von der TWA-Übung nicht bekannt.

Der Platz für die Übung, die Lage im Industriegebiet und die vorhandene Stromversorgung hat das TWA-Team als gut beurteilt.
Das Gelände in der Fuller Straße ist für eine Trinkwasseraufbereitung mit ca. 100000 Litern im 24 Stundenbetrieb geeignet.

Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung haben die Einsatzkräfte geschätzt. Das Team hat verspürt, dass M. Rieple mit Ihren Helfern mit Laib und Seele sich für
die Verpflegung einsetzt und, dass das TWA-Team bei ihnen herzlich willkommen war.

Vom Landratsamt Waldshut, der Stadt Waldshut und dem Zivilschutz aus dem Kanton Schaffhausen kamen interessante Besucher.

Am Freitagnachmittag konnte der Fahrdienst Mobil Plus bedingt durch die TWA Übung mit kleineren Unannehmlichkeiten abgewickelt werden. Der reduzierte Fahrbetrieb am Samstag und am Sonntag wurde von der Übung nicht gestört.

Die Infrastruktur wurde bewusst mit wenigen lokalen Einsatzkräften abgewickelt. Dies hat funktioniert. Jedoch ist es wichtig, dass die wenigen lokalen Kraft über das Fachwissen (z.B. Verpflegung) verfügen, sich auf dem Gelände und in dem Gebäude gut auskennen, verfügbares lokales Rotkreuz Einsatzmaterial kennen und beherrschen und die Betriebsabläufe im DRK KV Waldshut verstehen. Dies haben die lokalen
Einsatzkräfte beherrscht.

Bei den Mahlzeiten haben wir Wert daauf gelegt, dass es Mahlzeiten gibt die den Vorstellungen der Einsatzkräfte entsprichen, abwechslungsreich sind, ausreichend sind und mit wenig Aufwand zubereitet werden können. Das hat aus unserer Sicht funktioniert. Die bestellten Mengen für die Mahlzeiten waren ausreichend. Es gab bei den Mahlzeiten keinen Mangel und nur wenige Reste.
Bei Mahlzeiten hatten wir 2-3 Einsatzkräfte für die Verpflegung vor Ort. Ansonsten waren außer der Nachtzeit 2 lokale Einsatzkräfte vor Ort. Bis auf 2 bis 3 Stunden am
Samstagnachmittag waren die lokalen Einsatzkräfte immer vollbeschäftigt.

Die lokalen Einsatzkräfte haben den DRK Kreisverband Waldshut gut vertreten. Die TWA Übung in Waldshut hat einen Anstoß gegeben zu Prüfen ob wir mit dem Betreuungs-LKW Bund eine Trinkwassertransportgruppe in unserem DRK Kreisverband Waldshut bilden können?
Auf- und Abbau der TWA erfordern jeweils mehrere Stunden. Außerdem müssen die erforderlichen Teile verfügbarsein. Dies ist eine anspruchsvolle logistische Aufgabe.
 

2019_Waldshut_TWA_2019_06_12-48.jpg DRK OV Waldshut